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Rund um Ultrà #News

21.07.2017 // Saisonrückblick 16/17

Auch in der Sommerpause kannten wir keine Rast und haben voller Elan am neuen Saisonrückblick gewerkelt. Die Druckerei hat ebenfalls saubere Arbeit geleistet und so sind die fertigen Hefte viel früher als erwartet bei uns eingetroffen. Wer noch nicht bestellt hat, sollte nicht lang fackeln und direkt zuschlagen!

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09.06.2017 // Polska Kibolska Nr. 1

Das lange Warten hat sich gelohnt, die Druckerei saubere Arbeit geleistet und somit könnt Ihr ab sofort hier im Shop zuschlagen und Euch die Premierenausgabe von POLSKA KIBOLSKA sichern.

 

Wie entsteht ein BFU?

Wie entsteht eigentlich so ein Heft?

Auszug aus Blickfang Ultra 40

Redaktionsräume haben in denen wir täglich gemütlich mit Kaffeebechern an unseren jeweiligen Schreibtischen sitzen, sondern dezentral organisiert sind. Das bedeutet also, dass sämtliche Kommunikation ausschließlich über das Internet oder Telefonate stattfindet. In Zeiten von Smartphones stellt dieser Umstand natürlich kein Problem dar, denn so können wir uns von früh bis spät zeitnah austauschen. Andererseits befördert das wieder neue Probleme zutage, denn nun wird ein jeder quasi rund um die Uhr zugeballert oder stellt selbst entsprechende Fragen, deren Antworten über die Tage verteilt eintrudeln, bis man selber komplett den Überblick verloren hat.

Normalerweise sind die Abläufe vor jeder Ausgabe gleich. Der erste ist stets der gute Vorsatz, diesmal früher mit der Planung zu beginnen, damit es hinten raus nicht so hektisch wird wie beim letzten Mal. Das klappt natürlich nie. Sowieso ein schwieriges Unterfangen, wenn der Rest einem Chefredakteur untersteht, der alles immer in letzter Minute erledigt. (Fragt besser nicht, wie viele Stunden vor Druckabgabe ich diesen Text schreibe...). Als nächstes beginnt die Sammlung der möglichen Themen und teilweise holen wir Themen hervor, die wir über die vergangenen Monate gesammelt und aufgrund von Nichtdurchführbarkeit oder Mangels Zeit auf spätere Ausgaben verschoben haben. Spätestens jetzt türmen sich die ersten Hürden vor einem auf, denn obwohl mit Ideen oder Vorschlägen reichlich gesegnet, trennt sich bei der Umsetzung die Spreu vom Weizen. Das größte Manko: Die fehlende Zeit. In unserer ohnehin schon kleinen und sehr ausgedünnten Redaktion, die kaum mehr als eine Handvoll Personen zählt, hat natürlich jeder seine eigenen privaten Dinge zu erledigen. Arbeit, Familie, Fußball und mit diesen der gesamte Stress, der dadurch entsteht. Viel Freiraum im Kopf bleibt da eigentlich nicht wirklich für kreative Arbeit. Irgendwann stehen dann aber dennoch die Themen und mit ihnen etwaige Verantwortliche und es geht ans Eingemachte. Bei den stattfindenden Diskussionen sind alle noch Feuer und Flamme, jeder hat zuhauf Vorschläge und es wird sich gegenseitig mit Ideen, die  unbedingt umgesetzt werden müssen übertrumpft. Scheint eine geile Ausgabe zu werden. Das reicht dann auch fürs erste und so ziehen die Tage ins Land, bis die erste seichte Nachfrage, wie es denn nun ausschaut, für betretenes Schweigen in der Runde  sorgt. Irgendwann wird dann aber doch mal losgepowert und die ersten Tiefschläge lassen nicht lang auf sich warten. Das endlos geile Bild, welches auf einer Seite die keine Sau kennt, gefunden wurde, hat irgendwer per Facebook gepostet und wird nun von der ganzen Welt bestaunt. Na toll. Egal, wir finden was anderes. „Wie schaut´s eigentlich mit dem Bericht von Gruppe XY aus?“ - „Keine Ahnung, bisher noch keine Rückmeldung.“. Tage später dann die Info, dass betreffende Gruppe noch intern diskutieren muss, bis dann irgendwann die Absage eintrudelt. Der nächste Dämpfer und die Laune am Boden. Derweil werkeln andere an einem 16seitigen Spezial und ich freue mich, nur noch 116 Sorgen anstatt 132 zu haben. So langsam aber sicher nehmen die ersten Texte und Einsendungen Gestalt an. Könnten ja theoretisch mal die ersten Seiten erstellt werden. Nur wo ist eigentlich unser Layouter? Ach, im Urlaub. Naja, noch sind es ja zwei Wochen bis zur Abgabe. Das schlechte Gewissen und die tickende Uhr im Nacken sorgen dann dafür, dass ich jetzt auch mal in die Puschen komme. Ganz vergessen, dass die Texte auch noch Korrektur gelesen werden müssen. Also weitergeleitet an die entsprechende Stelle, in der Hoffnung, dass die Antwortmail nicht so lang auf sich warten lässt. Zwischenzeitlich herrscht in meinem Postfach die geballte Ladung Chaos und ich blicke überhaupt nicht mehr durch. Die Nächte werden von Tag zu Tag kürzer und ich übellauniger. Endlich, die ersten fertig gelayouteten Seiten sind da! Paar kleinere Schnitzer hier und da sind zu erkennen, aber gut, machen wir am Ende weg. Sind ja auch noch fünf Tage Zeit. Erst mal zum Gruppentreffen, Auswärtsspiel und noch gucken, was es draußen an der frischen Luft so neues gibt. Nur noch drei Tage! Spätestens jetzt tobt der Cyberkrieg und da ich wie üblich erst dann richtig loslege, wenn mir Gevatter Tod schon im Genick hängt, fällt mir auf, dass bei vielen Bildern und Texten Quellenangaben sowie Autoren fehlen. Eine Mail jagt die nächste, das Handy glüht, WhatsApp im Dauerbetrieb. Am vorletzten Tag raste ich auch zum ersten Mal aus, weil der Layouter meine Anweisungen nicht gelesen und komplett konträr zu meinen Vorstellungen die Seiten erstellt hat. Spätestens jetzt ist es an der Zeit die Reißleine zu ziehen, um bei der Druckerei anzurufen, mit der Info, dass die Daten paar Tage später kommen. Die „freuen“ sich nicht nur über den Anruf, sondern haben auch direkt damit gerechnet. „Ihr könnt euch nun noch 8 Tage Zeit lassen, weil wir die extra für euch freigehaltenen Kapazitäten anders füllen und für die Tage danach schon belegt sind.“ - Geil, denke ich mir.  Gönnen wir uns drei Tage Pause und schnaufen durch. Sind eh nur noch 50 Seiten offen, die sind schnell zusammengebastelt. Ungelogen 1.000 Bilder habe ich während der letzten zwei Monate von diversen Fotographen erhalten und clever wie ich bin, die Aufgabe was Gutes fürs Cover auszusuchen ausgelagert. Tatsächlich trudeln einige gute Vorschläge ein, darunter einer, der mich sofort vom Hocker haut. Gebongt! Aus Angst, dem Rest könnte es nicht gefallen, behalte ich meine Entscheidung für mich. Jetzt wo plötzlich vermeintlicher Leerlauf herrscht, kriegt es der Rest halt doch zu sehen. Taataaa! Die Reaktionen darauf sind ernüchternd. Den ganzen Abend bin ich wütend und hab keinen Bock mehr. Innerlich zimmere ich mir schon die richtige Wortwahl zurecht, um dem Rest mitzuteilen, dass dies die letzte Ausgabe unter meiner Führung sein wird. Zum neuerlichen Termin bei der Druckerei sind es noch satte vier Tage. Und täglich grüßt das Murmeltier... Immerhin finden wir doch noch ein anderes Bild fürs Cover, nicht ohne das ausführlich diskutiert zu haben. Eine aus Zeitgründen verloren geglaubte Story von Gruppe XY über ein Hammerthema konnte ich aufgrund der Verschiebung wenigstens noch ran holen, nur stellt sich jetzt während der grafischen Tätigkeiten heraus, dass das Heft schon voll ist. Wieder werden die Nächte länger und bis zum Erbrechen gegrübelt. Hier und da wird gekürzt, paar kleinere Sachen fliegen raus, jedes Mal das Gleiche. Witzig dabei, dass es exakt die Sachen sind, die ich zwei Wochen zuvor schnellstens über diverse Kanäle ran geholt habe, nachdem eine andere Gruppe/Person seinen versprochenen Text abgesagt hatte. Neue Freunde hab ich mir also mal wieder nicht gemacht, soviel steht fest.

Mittlerweile zieht sich die ganze Erstellphase schon über einen Monat, es vergeht kein Abend an dem man nicht an das blöde Heft denkt. Jetzt reicht´s aber ey, in den nächsten zwei Tagen prügeln wir das Ding durch. Und so kommt es dann auch. Via Skype beobachte ich gespannt jeden Handgriff den unser Designer-Genie Alex im 120km entfernten Örtchen tätigt, ignoriere sein permanentes Stöhnen gekonnt und spätestens in den Moment als er mich als Sklaventreiber bezeichnet, weiß ich, wir kommen dem Ziel näher. „Morgen früh muss die Datei an die Druckerei übertragen werden, vergiss das nicht. Ich geh jetzt ins Bett, Gute Nacht. Und denk an die Einleitung!“ - Ach du Scheisse, die Einleitung! Alter, es ist jetzt 1 Uhr, ich hab so keinen Bock mehr. Na wenigstens hab ich mir während der wöchentlichen Bastelei am Heft angewöhnt paar Stichpunkte fürs Vorwort zu machen. Quasi Sachen dir mir so eingefallen sind und jetzt aufgegriffen werden können. Exakt zwei derer sind es diesmal, aber ehe ich mich versehe bin ich im Schreibfluss, benötige keine von beiden und 2.30 Uhr ist, nach mehrmaligen Gegenlesen auch der Kuchen gegessen. Eine letztmalige Mail an Alex und ENDE! Beim Einschlafen denke ich mir, dass es zukünftig nicht mehr so ablaufen kann und beim nächsten Mal alles anders wird…

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